E.A.T.–Experiments in Art and Technology

Als internationale Premiere präsentierte das Museum der Moderne Salzburg eine umfangreiche Schau zu den bahnbrechenden Projekten von E.A.T. – Experiments in Art and Technology, einem losen und einzigartigen Verbund von Künstler*innen und Technikern, der in den 1960er- und 1970er-Jahren von New York bis Osaka Geschichte geschrieben hat. Künstler wie Robert Rauschenberg (1925–2008) und Robert Whitman (geboren 1935) taten sich mit Billy Klüver (1927–2004), dem visionären Ingenieur der Bell Telephone Laboratories, sowie seinem Kollegen Fred Waldhauer (1927–1993) zu dieser wegweisenden Initiative zusammen, um in einer beispiellosen Zusammenarbeit Kunstwerke zu realisieren.

Vor dem Hintergrund der sich rasant entwickelnden Technologien verfolgte die Gruppe das Ziel, Kunstwerke umzusetzen, in denen die neuesten technischen Möglichkeiten zum Einsatz kamen. Klüver arbeitete bereits in den frühen 1960er-Jahren mit Künstler*innen wie Jean Tinguely, Andy Warhol, Jasper Johns und Yvonne Rainer zusammen. Ähnlich wie einige andere Künstler*innen seiner Zeit interessierte er sich für die gesellschaftlichen Folgen neuer technologischer Entwicklungen und war der Überzeugung, dass die Verbindung von Kunst und Wissenschaft auf einer praktischen und materiellen Ebene stattfinden müsse. Die Begegnung zwischen Künstlern und Ingenieuren – das war die Intention der Mitglieder von E.A.T. – würde Kunstwerke hervorbringen, deren Entstehung ohne die Mitwirkung ausgebildeter Techniker mit ihrer besonderen Kompetenz nicht möglich wäre. Diese Werke wiederum sollten die Ingenieure dazu anregen, in neue Richtungen zu denken, und so die zukünftige technologische Entwicklung mitgestalten.

In der als E.A.T.–Chronologie aufgebauten Ausstellung wurden erstmals in größerem Umfang Kunstwerke und bislang kaum erschlossenes Material aus Archiven veröffentlicht. Während kleinere Ausstellungen bisher nur Schlaglichter auf bekannte Ereignisse in der Geschichte von E.A.T. geworfen haben, wurde in dieser Präsentation einer eingehenden Betrachtung der Aktivitäten der Gruppe in ihrer gesamten Bandbreite Rechnung getragen und die Vielzahl und Vielfalt der E.A.T.–Projekte erschlossen.

Projekte von den Künstler*innen und Bell-Labs-Ingenieuren
Per Biorn, Robert Breer, John Cage, Lucinda Childs, Cecil H. Coker, Composers Inside Electronics, Pete Cumminski, Merce Cunningham, Jean Dupuy, Öyvind Fahlström, Ralph Flynn, Hans Haacke, Leon Harmon, Alex Hay, Deborah Hay, Larry Heilos, Peter Hirsch, Harold Hodges, Robert V. Kieronski, Billy Klüver, Ken Knowlton, Tony Martin, Jim McGee, Forrest Myers, Fujiko Nakaya, Steve Paxton, John Pearce, Yvonne Rainer, Robert Rauschenberg, Robbie Robinson, Alfons Schilling, Herb Schneider, Jean Tinguely, David Tudor, Fred Waldhauer, Andy Warhol, Robert Whitman, Witt Wittnebert, Dick Wolff, Niels & Lucy Young

Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2024

25. Juli – 1. November 2015
Museum der Moderne Salzburg
Mönchsberg, Ebenen 3 & 4
Salzburg, AT

Ausstellungskonzept und Projektleitung
Sabine Breitwieser, Direktorin, Museum der Moderne Salzburg
Beirat
Julie Martin, Michelle Kuo, Catherine Morris
Gastkuratorin
Kathy Battista, New York
Kuratorische Assistentin: Christina Penetsdorfer, Museum der Moderne Salzburg

Ausstellungsarchitektur
Wilfried Kuehn, Samuel Korn, Kuehn Malvezzi (Berlin/Milano)

Symposium 25.–26. Juli 2015
Mit den o.g. Expertinnen
Aufführung der Werke Rainforest I (1968) und Microphone (1970) von David Tudor durch Phil Edelstein und John Driscoll, Composers Inside Electronics

Ausstellungskatalog
Hg. Sabine Breitwieser für Museum der Moderne Salzburg, Salzburg, 2015
E.A.T. – Experiments in Art and Technology
Einleitung und Texte von Sabine Breitwieser, Kathy Battista, Simone Forti, Billy Klüver, Michelle Kuo, Julie Martin, Catherine Morris, Zabet Patterson, John Tain, and Robert Whitman
28 × 24 cm, 339 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Broschur, Deutsch/Englisch
Köln, Buchhandlung Walther König, 2015
ISBN 978-3-8633-5783-2

Links
www.museumdermoderne.at