Mit Werken von
Fareed Armaly, Robert Barry, Pauline Boudry/Brigitta Kuster/Renate Lorenz, Gottfried Bechtold, Kaucyila Brooke, Alice Creischer/Andreas Siekmann, Maria Eichhorn, Andrea Fraser, Dan Graham, Hans Haacke, Mary Kelly, John Knight, Julius Koller, Jarosław Kozłowski, Richard Kriesche, Hans Küng/Dorit Margreiter/Florian Pumhösl/Mathias Poledna, David Lamelas, Dorit Margreiter, Sergey Maslov&Elena Vorobyeva/Viktor Vorobyev, Henrik Olesen, Adrian Piper, Martha Rosler, Allan Sekula, Goran Trbuljak, Tucumán Arde (Archiv Graciela Carnevale), Mierle Laderman Ukeles, Heimo Zobernig, sowie zahlreiche weitere Künstler*innen in der Lesezone mit internationalen Zeitschriften, Künstlerbüchern und Katalogen.
Während die Sammlung der Generali Foundation im Ausland tourte, ging es in dieser abschließenden Ausgabe einer thematischen Ausstellungstrilogie in Wien[1] um einen kritischen Blick auf Konzeptkunst. Der Titel gibt eine Passage des französischen Konzeptkunst-Pioniers Daniel Buren in seinem Text „Achtung!“ wieder, in der er auf die Widersprüche in der Diskussion über Konzeptkunst seit den 1960er-Jahren verweist. Der Werke der Ausstellung umspannten die erste Generation der Conceptual Art bis zu jüngeren Künstler*innen, die in einer informierten aber kritischen Position die eigene Verwicklung ansprechen oder konzeptuelle Verfahrensweisen konterkarieren.
Conceptual Art, die zur Zeit der Ausstellung noch weitgehend in ihrer anglo-amerikanischen und linguistischen Spielart bekannt war, entwickelte sich transnational im Kontext mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der 1960er-Jahre. Über die inzwischen obsolete geopolitische Identifikation hinaus, steht sie für eine Hinterfragung der medialen, institutionellen und sozialen Bedingungen von Kunst. Serielle Strukturen, schematische Vorgehensweisen, Diagramme, Text und theoretische Reflexion in Verbindung mit neuen Formen der Informationsverbreitung führten zu einer radikalen Erweiterung des künstlerischen Handlungsfeldes. Konzeptkunst war jedenfalls auch eine emanzipatorische Bewegung, weil sich Künstler*innen mit völlig neuen Arbeitsweisen gegen traditionelle Zuweisungen und Rollendefinitionen sowie gegen das Wertesystem der modernistischen Kunstkritik und Theorie richteten. Problematisiert wurden auch jene Faktoren, die das Bedeutungssystem Kunst und ihre Institutionen ausmachen. Es entwickelte sich der Mythos von Konzeptkunst als eine dematerialisierte, marktkritische Kunst, in der Prozesse der Planung und philosophische Überlegungen gegenüber handwerklicher Produktion und Subjektivität favorisiert wurden. Die ökonomischen Zusammenhänge der avancierten Marketingstrategien in der Konzeptkunst wurden dabei oft übersehen.
Eine, in einem Display von Heimo Zobernig eingerichtete Lesezone bot anhand historischer Zeitschriften und Publikationen einen vertiefenden Einblick in die neuartigen Formen künstlerischer Produktion. Die zahlreichen, in Verbindung mit der Kunstsammlung über Jahre erworbenen historischen Kunstzeitschriften, Künstler*innenbücher und anderen raren Ephemera, sonst nur gegen Anfrage im Studienraum einsehbar, wurden in der Ausstellung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
[1] COLLECTED VIEWS FROM EAST OR WEST (2004) und WIE GESELLSCHAFT UND POLITIK INS BILD KOMMEN (2005)
Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2006
15. September – 17. Dezember 2006
Generali Foundation
Wien, AT
Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Direktorin
Cosima Rainer, Assistenz-Kuratorin
Publikation
Reihe Sammlung Generali Foundation
Hg. Sabine Breitwieser
für Generali Foundation, Wien 2006
Art After Conceptual Art
Hrsg. Alexander Alberro und Sabeth Buchmann
Vorwort Dietrich Karner, Editorial Sabine Breitwieser, Texte von Alexander Alberro, Edit András, Ricardo Basbaum, Benjamin H. D. Buchloh, Sabeth Buchmann, Thomas Crow, Helmut Draxler, Elizabeth Ferrell, Isabelle Graw, Helen Molesworth, Luiza Nader, Henrik Olesen, Gregor Stemmrich
Grafische Gestaltung Andreas Pawlik, Stephan Pfeffer
23 × 16,6 cm, 272 Seiten, 60 s/w Abbildungen
Klappenbroschur, separate deutsche und englische Ausgaben
Deutsch ISBN 978-3-901107-51-1
Köln, Buchhandlung Walther König, 2006
Englisch ISBN 3-9011107-50-9
Cambridge, The MIT Press, 2006



















