Nach der ersten und überaus erfolgreichen Präsentation einer Auswahl von Werken der neu gewonnenen Sammlung Generali Foundation wurden in dieser Neuaufstellung die verschiedenen Sammlungsbestände des Museums zueinander in Beziehung gesetzt. Die Auseinandersetzung mit der Sammlung in Systeme & Subjekte reichte vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In dieser Werkauswahl wurde ein thematisch ausgerichteter Dialog der ältesten Bestände des Museums mit Druckgrafik und der kürzlich erworbenen Sammlung Generali Foundation im Verbund mit der Sammlung MAP und jüngsten Schenkungen präsentiert. Werke von Künstlern wie Max Beckmann, George Grosz, Karl Rössing und Max Klinger wurden in Beziehung zu Arbeiten von beispielsweise Bruno Gironcoli, Harun Farocki, Hans Haacke, Mary Kelly, Július Koller, Anna Oppermann, Allan Sekula, Franz West oder Heimo Zobernig gebracht.
Mit einer Auswahl der druckgrafischen Bestände wurde den Ursprüngen des Museums nachgegangen, das 1983 aufgrund einer Schenkung des Kunsthändlers Friedrich Welz gegründet wurde. Zu Neuerwerbungen wie die Sammlung Generali Foundation und kürzlich erfolgten Schenkungen von Werken von Lynn Hershman Leeson und Andreas Siekmann war es nicht nur aus zeitlicher Sicht ein großer Sprung. Werke der klassischen Moderne in denen das Menschenbild im Zentrum steht, waren konzeptuellen Arbeitsweisen von Künstler*innen aus den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart gegenübergestellt. In diesen, sich überwiegend als Installation präsentierenden Arbeiten bildeten physikalische, ökonomische und soziale Systeme eine Klammer für die Auseinandersetzung mit dem Subjekt.
Über spezifische Themen ließen sich zum Teil überraschende Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede zwischen den Werken verschiedener Zeiträume entdecken, etwa am Beispiel von David Lamelas’ 1970 in Mailand fotografierten Passanten und den Zeitgenossen George Grosz’ in Ecce Homo (1923). Bei Bruno Gironcoli, Anna Oppermann, Franz West und Max Klinger konnten in unterschiedlicher Ausformung Fetischismus als gemeinsames Motiv erkannt werden. Reflexionen über die politisch-sozialen und ökonomischen Verhältnisse der Gesellschaft trafen anhand der Druckgrafiken aus den 1920/30er-Jahren von Karl Rössing, einer Installation von Andreas Siekmann und Interventionen von Maria Eichhorn, beide aus der jüngeren Zeit, aufeinander. Immer wieder kehrte man zurück zum Grundthema, die Befindlichkeiten des Subjekts in den Systemen der Gesellschaft, oder mit anderen Worten: die condition humaine.
25. Oktober 2014 – 3. Mai 2015
Museum der Moderne Salzburg
Mönchsberg, Ebene 2
Salzburg, AT
Mit Werken von
Robert Barry, Max Beckmann, Maria Eichhorn, Harun Farocki, Morgan Fisher, Bruno Gironcoli, George Grosz, Hans Haacke, Lynn Hershman Leeson, Mary Kelly, Anselm Kiefer, Max Klinger, Július Koller, Edward Krasiński/Eustachy Kossakowski, David Lamelas, Dorit Margreiter/Anette Baldauf, Anna Oppermann, Karl Rössing, Martha Rosler, Allan Sekula, Andreas Siekmann, Franz West, Stephen Willats, Heimo Zobernig
Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Direktorin
Beatrice von Bormann, Kuratorin für Moderne
Presented by
Generali Foundation