In Verbindung mit einer Digitalisierungsinitiative entwickelte ich für das Museum of Modern Art die MoMA Media Lounge, ein modulares, flexibles Display, das die umfangreiche Sammlung des Museums an video- und audiobasierten Werken zugänglich machte. Als erste öffentliche Plattform ihrer Art in einem New Yorker Museum lud die Media Lounge die Betrachter*innen ein, Kunstwerke über eine iPad-Schnittstelle auszuwählen und sie mit historisch korrekter Vorführtechnik zu erleben. Die von der Künstlerin Renée Green entworfene Installation bestand aus erweiterbaren oder zusammenziehbaren Strukturen für individuelle oder gemeinsame Betrachtungserlebnisse.
Um an die Geschichte utopischer Formen zu erinnern, verband Green ihr geometrisches Design mit einer kräftigen Farbpalette auf unterschiedlichen Textilien. Sie schuf immersive Strukturen, die im Zusammenspiel mit den gezeigten Videos eine neue Bedeutung erhielten. Greens Media Bichos, wie sie diese Arbeit nannte, können mit Lygia Clarks Bichos aus den 1960er-Jahren verglichen werden – geometrische „Kreaturen“, mit denen die Besucher*innen interagieren konnten, um verschiedene Formen zu schaffen. Von der Decke gehängte Banner, die sich auf radikale Bestrebungen der Avantgarde und darüber hinaus beziehen, bildeten Space Poem #3 (Media Bicho) von Green. Damit bildete sie eine weitere Ebene zu ihrer fortlaufender Untersuchung, wie Betrachter*innen kombinierte Systeme lesen und ihnen Bedeutung entnehmen, während sie sich durch den Raum bewegen.
Die Media Lounge wurde in Verbindung mit einer Initiative zur Digitalisierung der Sammlung eingeführt und in drei Phasen entwickelt: In Phase 1 wurden im Korridor im zweiten Stock, der das Dorothy and Lewis B. Cullman Education and Research Building mit den Hauptgalerien des Museums verbindet, drei Stationen eingerichtet. In Phase 2 wurden insgesamt sieben Stationen eingerichtet, darunter sechs Monitore (für Videos im 4:3-Standardauflösungsformat) und ein Breitbildmonitor (für Videos im 16:9-Hochauflösungsformat). Phase 2 umfasste auch eine Projektion, die am Ende des Korridors auf performative Arbeiten hinwies. Phase 3 sah eine Erweiterung auf den Bereich des Bauhaus-Treppenhauses im zweiten Stock vor. In dem Maße, wie weitere Werke der Sammlung konserviert und neue Videos in die Sammlung aufgenommen werden, sollte auch die Media Lounge erweitert werden.
© 2013 The Museum of Modern Art, New York
29. Februar 2012 – 8. Juli 2013
The Museum of Modern Art
Ebene 2
New York, NY, US
Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Chief Curator, und Erica Papernik, Curatorial Assistant, Department of Media and Performance Art
Links
MoMA













