Was hat zeitgenössische Künstler*innen dazu veranlasst, sich in den letzten Jahrzehnten mit der Moderne und dem Modernismus auseinanderzusetzen? Die Publikation zur Ausstellung Modernologies (Barcelona, September 2009 – Januar 2010) untersucht die künstlerischen Antworten auf die Moderne als gesellschaftspolitische Bewegung, die eine universelle Sprache anstrebte. Unterschiedliche Auffassungen von Moderne und die in den letzten Jahren durch postkoloniale Studien gewonnenen Erkenntnisse haben zu dem Begriff der „multiplen Modernen“ geführt.
Vor diesem Hintergrund plädiert diese Ausstellung weder für einen „neuen Formalismus“ noch für eine „Rückkehr zur Abstraktion“. Ihr Ziel ist es auch nicht, bisher unbekannte oder weitgehend vergessene Strömungen der Moderne zu entdecken. Vielmehr stellt sie die Bedingungen, Zwänge und Folgen der Moderne grundsätzlich in Frage, legt Ambivalenzen offen und versucht, neue Lesarten der Rhetorik der Moderne und der damit einhergehenden Grammatik der Moderne zu entwickeln.
Eine jüngere Generation von Künstler*innen setzt sich zunehmend mit dem Erbe der Moderne und des Modernismus und dem Scheitern der mit diesen Begriffen verbundenen Utopie auseinander. Welches Verhältnis haben diese Künstler*innen zu den Versprechen und Formensprachen der Moderne? Wie kann diese historische Epoche überhaupt kritisch reflektiert und einer Neubewertung unterzogen werden?
Modernologies entfaltet eine Kartografie alternativer Sichtweisen und Erzählungen, Konfliktlinien und ungelöster Widersprüche. Rund einhundert Werke und Projekte von mehr als dreißig Künstlern und Kollektiven erstellen eine neue „Kartierung der Kritik der Moderne“, die durch umfassende Essays ergänzt wird, die die Ideologie der ästhetischen Moderne erforschen und sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Moderne und Kolonialität befassen.
Mit Werken von Armando Andrade Tudela, Anna Artaker, Alice Creischer/Andreas Siekmann, Doménec, Katja Eydel, Angela Ferreira, Andrea Fraser, Isa Genzken, Dan Graham, Marine Hugonnier, Irwin, Runa Islam, John Knight, Labor k3000 (Peter Spillmann/Michael Vögeli/Marion von Osten), Louise Lawler, David Maljkovic, Dorit Margreiter, Gordon-Matta Clark, Gustav Metzger, Christian Phillip Müller, Henrik Olesen, Paulina Olowska, Falke Pisano, Mathias Poledna, Florian Pumhösl, Martha Rosler, Marion von Osten und Christopher Williams
Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2024
Herausgegeben von
Sabine Breitwieser
für das Museu d’Art Contemporani de Barcelona – MACBA
Barcelona, 2010
Texte von
Vorwort von Bartomeu Mari, Aufsätze von Sabine Breitwieser, Cornelia Klinger, Walter D. Mignolo
Künstler*innen-Statements erstellt von André Rottmann
Weitere Texte von u.a. Inke Arns, Benjamin H.D. Buchloh, Sabeth Buchmann, Barbara Clausen, Helmut Draxler, Matthias Michalka, Juliane Rebentisch, Anne Rorimer, Gertrud Sandqvist, Kerstin Stakemeier et al.
Grafische Gestaltung von Martha Stutteregger
26 × 21,2 cm, 247 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Klappenbroschur, separate Englische und Spanische Ausgaben
Modernologías. Artistas contemporáneos investigan la modernidad y el modernism
Spanisch ISBN 9788492505210
Links
MACBA
Excerpt essays

