Kunst–Musik–Tanz. Staging the Derra de Moroda Dance Archives

Ausgangspunkt dieser Ausstellung waren die Derra de Moroda Dance Archives, die sich seit 1978 an der Universität Salzburg befinden. In diesem interdisziplinären Projekt dienten die einzigartigen Bestände des Archivs als Folie für eine künstlerische Reflexion auf die facettenreiche Tanzkultur der 1920er- und 1930er-Jahre sowie auf Tanz und seinen Stellenwert im Kunstmuseum. Das kreative Spannungsfeld zwischen klassischem Tanz und Ausdruckstanz, zwischen theatralischen, ethnischen und sozialen Tanzformen, schlug sich in der Suche nach neuen medialen Vermittlungsweisen des Tanzgeschehens nieder. Erstmals trat das Museum der Moderne Salzburg in größerem Stil als Auftraggeber von Kunstwerken auf, die zu diesem Anlass eigens produziert wurden. In der Ausstellung wurde auf diese Weise eine Verbindung zwischen der sogenannten (Tanz-)Moderne und der Kunst der Gegenwart hergestellt.

Konzipiert wie zwei ineinandergreifende Ausstellungen, präsentierte die Schau in fünf Räumen Schwerpunkte des Archivs und in den sich dazwischen öffnenden Zonen als Premiere Werke von zeitgenössischen Künstler*innen. Das Archiv wurde in vier thematischen Schwerpunkten erschlossen: Tänze anderswo, Bewegung schreiben, Korrespondenzen sowie Entwürfe des modernen Tanzes. Ein fünfter Raum war Derra de Moroda selbst gewidmet. Im Ausstellungsparcours trafen die aufbereiteten Inhalte des Archivs mit davon inspirierten Werken der zehn zeitgenössischen Künstler*innen aus sechs Ländern zusammen. Die Spannbreite der Medien der zeitgenössischen Werke reichte von Malerei, Zeichnung und Collage über Video- und Soundinstallation bis hin zu Performance-Kunst.

Das Archiv ist nach seiner Gründerin Friderica Derra de Moroda (1897 Pressburg/Bratislava – 1978 Salzburg) benannt, die in der Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts als Künstlerin, Pädagogin, Choreografin, Forscherin und Sammlerin eine bedeutende Rolle einnahm. Derra de Moroda begann bereits Anfang der 1920er-Jahre zunächst in London systematisch Dokumente verschiedenster Art zu Tanz zu sammeln und begründete damit ihr Archiv als eine der ersten Einrichtungen dieser Art in Europa. Die umfangreichen Bestände umfassen heute Veröffentlichungen zum Tanz und verwandten Bereichen aus sechs Jahrhunderten.

Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2016

19. März – 3. Juli 2016
Museum der Moderne Salzburg
Mönchsberg, Ebene 4
Salzburg, AT

Mit Werken von
Jonathan Burrows, Philipp Gehmacher, Andrea Geyer, Ulrike Linebacker, Kelly Nipper, Paulina Olowska, Lia Perjovschi, Eszter Salamon, Ania Soliman und Sergei Tcherepnin 

Projektleitung, Kuratorin
Sabine Breitwieser, Direktorin
Kuratorische Assistentinnen: Andrea Lehner, Verena Österreicher, Museum der Moderne Salzburg

Projektpartnerinnen
Irene Brandenburg, Nicole Haitzinger, Claudia Jeschke, Universität Salzburg, Tanzstudien

Ausstellungsarchitektur, Gestaltung Archivräume
Kuehn Malvezzi (Berlin/Milano)

Eine spezielle Website wurde eingerichtet, um das Projekt zu dokumentieren und sich mit den neu in Auftrag gegebenen Arbeiten zu beschäftigen.

Links
www.museumdermoderne.at
Derra de Moroda Dance Archives