Isa Genzken. Neue Werke

Das Museum der Moderne Salzburg präsentierte als weltweite Premiere eine sensationelle Werkgruppe von Isa Genzken (1948 in Bad Oldesloe, lebt in Berlin), die die gefeierte deutsche Künstlerin eigens für diese Ausstellung geschaffen hat. Genzken entwickelte ihre künstlerische Arbeit im nachkriegsdeutschen Kontext in einem kritischen Dialog mit der europäischen und der US-amerikanischen Kunst. Mit ihren, in regelmäßigen Abständen völlig neu konzipierten Arbeiten sorgt sie stets für Überraschungen. Über vier Jahrzehnte hat Genzken ein Werk geschaffen, das sich gleichermaßen durch permanente Erneuerung und eine überaus spezifische künstlerische Arbeitsweise sowie eine unverwechselbare Sprache auszeichnet. Ihre einzelnen Werkgruppen treten auf wie Protagonisten in einem Spiel mit offenem Ende, in dem persönliche, autobiografische und fiktive Elemente sich in einer bislang ungekannten Dialektik mit technisch-wissenschaftlichen Prinzipien und konstruktiven Aspekten formieren.

Genzken erlangte in den 1970er-Jahren mit aus Holz aufwändig konstruierten Bodenskulpturen Bekanntheit, welche aufgrund ihrer extremen Formen und Dimensionen nur durch eine Begehung des Raumes erfahrbar waren. In den 1980er- und 1990er-Jahren wandte sie sich der Gusstechnik zu; ihre aus Gips, Beton und Epoxidharz gefertigten Skulpturen erinnerten an Architekturelemente. Seit den letzten fünfzehn Jahren konzipiert Genzken Werke als Ensembles und stellt diese in Assemblage-Technik her. Materialien aus dem Baumarkt oder Dekorgeschäft sind zu Dioramen zusammengefügt und mit Sprühfarbe akzentuiert. Wie Genzken selbst sagt, will sie „Skulpturen machen, die eine Filmszene darstellen, also Modellcharakter haben, nicht Skulpturen im traditionellen Sinn, sondern in einer Bewegung der Figuren und der Perspektive“.

Mit ihrer neuen Werkgruppe schloss Genzken an ihre Suche nach einer zeitgemäßen Skulptur an. Freistehende Skulpturen und Bodenarbeiten waren als eine Art Prozession inszeniert, die vom Treppenhaus in den Skulpturenbereich auf die Ebene 3 führte, wo der Parcours mit Wandarbeiten aus Spiegelfolie und Klebebändern endete.

Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien, 2024

22. November 2014 – 22. Februar 2015
Museum der Moderne Salzburg 
Mönchsberg, Ebenen 2 & 3
Salzburg, AT

Weitere Station
MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main: 14. März–31. Mai 2015

Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Direktorin, Museum der Moderne Salzburg
Susanne Gaensheimer, Direktorin, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

Koproduktion von
Museum der Moderne Salzburg und MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main.

Mit freundlicher Unterstützung von
Verein der Freunde und Förderer des Museum der Moderne Salzburg

Links
MdMS Exhibition