Grand Openings. The Return of the Blog

13 Tage Performance

Als neue Chefkuratorin für Medien- und Performancekunst programmierte ich für das MoMA Performance-Programm mit einem neuen Auftrag des New Yorker Künstlerkollektivs Grand Openings eine Art Neustart. In Zusammenarbeit mit Musiker*innen, Performance-Künstler*innen, Klangkünstler*innen, Filmemacher*innen, Schriftsteller*innen und Freund*innen komponierte die Gruppe ein vielseitiges Live-Programm, das sich auf die Geschichte der Performance-Kunst im Allgemeinen sowie auf die besondere institutionelle Struktur des MoMA bezog. Einige Teile wurden durch die Beschäftigung mit dem Museumsarchiv, aktuellen Ausstellungen, der Architektur des Museums und Mitarbeiter*innen geprägt, andere waren indirekte Auseinandersetzungen über die Praxis der Performance selbst. Der Titel des Programms, Grand Openings Return of the Blogs, bezog sich auf ein zusätzliches dokumentarisches Element der Arbeit – einen täglichen Bericht über die Aktionen in Form von handgeschriebenen Texten, fabrizierten Objekten und Audio-Podcasts –, der in der Ausstellung und auf MoMA.org präsentiert wird.

Grand Openings besteht aus fünf Kernmitgliedern – Ei Arakawa, Jutta Koether, Jay Sanders, Emily Sundblad und Stefan Tcherepnin – mit unterschiedlichem Hintergrund in Kunst, Musik, Kuratieren und Kritik. Ihre teils geskripteten, teils improvisierten Aktionen, losen Choreografien, musikalischen Partituren und Akte der Selbstreflexion koexistieren innerhalb einer chaotischen Struktur.

Durch die Einladung eines Kollektivs von Künstler*innen anstelle einer einzelnen Person, lenkte das Museum seinen Fokus auf die Performance als generische kollektive Praxis. Das Projekt befasste sich auch mit der sich verändernden Beziehung zwischen Institutionen und Performance-Kunst. Eine Praxis, die einst als Kritik am statischen, kommerziellen, von einem einzelnen Autor geschaffenen Kunstobjekt gedacht war, wird nun von großen Museen aufgegriffen und zu einem Schwerpunkt ihrer Programme. Wie gehen die Institutionen und ihr Publikum mit dieser ehemals emanzipatorischen Bewegung um, die einst nach neuen Methoden und Kanälen für die Kunst suchte? Wie reagieren jüngere Generationen von Künstler*innen auf dieses Erbe? Und auf welche Weise verhandeln Künstler*innen die inhärente Spannung zwischen der ursprünglichen Live-Performance und ihrer Darstellung in verschiedenen Medien? Die Praxis von Grand Openings bezieht sich auf diese Fragen in einer eigenwilligen Weise und öffnet sie für eine neue Diskussion.

Loretta Fahrenholz schuf ein Video der Performances.

Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2024

20. Juli – 1. August 2011
The Museum of Modern Art
The Marron Atrium und andere Orte
New York, NY, US

Mit Grand Openings
Ei Arakawa, Jutta Koether, Jay Sanders, Emily Sundblad, Stefan Tcherepnin

Und
Christopher DeLaurenti, Loretta Fahrenholz, K8 Hardy, Hunter Hunt-Hendrix, John Kelsey, Amy Lien, Liturgy, MOMs, Daishiro Mori, Mari Mukai and the team Clifton, Georgia Sagri, Michael Sanchez, Robert The, Hanna Törnudd, Sen Uesaki, Lee Williams, Masaaki Yoshino a.k.a. Maimi, and the collaborators from The Museum of Modern Art, New York

Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Chief Curator, und Jenny Schlenzka, Assistant Curator, Department of Media and Performance Art

Download
GO Calender

Links
www.moma.org