Die Performance besteht aus einer vierstündigen öffentlichen Lesung von ungekürzten Protokollen von 18 Combatant Status Review Tribunals, die zwischen Juli 2004 und März 2005 im US-Militärgefangenenlager in Guantanamo Bay, Kuba, abgehalten wurden. Im Museum of Modern Art wurde die Lesung an zwei verschiedenen Orten aufgeführt: 2011 unter der Bauhaustreppe und 2012 im Marron Atrium, beide im zweiten Stock des Museums.
Während der Lesung durchlaufen neun Darsteller*innen acht juristische Positionen, darunter die des Häftlings, des Präsidenten des Tribunals, zweier Mitglieder des Tribunals, des Protokollanten als Vertreter der US-Regierung und eines persönlichen Vertreters, der als Berater des Häftlings fungiert. Die Künstlergruppe – bestehend aus Andrea Geyer, Sharon Hayes, Ashley Hunt, Katya Sander und David Thorne – versteht die Performance als eine einfache, aber dringende Geste, um diese Tribunale öffentlich zu machen. Durch die wortgetreue Wiedergabe der Transkripte bieten die Lesungen einen Einblick in die komplizierte geopolitische Landschaft in Afghanistan und Pakistan zwischen 2001 und 2005 und legen die widersprüchlichen und problematischen Verfahren offen, die das US-Militär bei der Gefangennahme, Inhaftierung und Klassifizierung sogenannter „feindlicher Kämpfer“ anwendet.
Die Performance korrespondiert mit der Videoinstallation 9 Scripts from a Nation at War, die 2007 auf der Documenta 12 uraufgeführt und in der Media Gallery des MoMA gezeigt wurde, nachdem sie vom Museum erworben worden war.
Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2024
12. & 13. November 2011
Bauhaus staircase
27. & 28. April 2012
Marron Atrium
The Museum of Modern Art
New York, NY, US
Kuratorinnen
Sabine Breitwieser, Chief Curator, und (in 2011) Jenny Schlenzka, und (in 2012) Ana Janevski, Assistant Curators for Performance, Department of Media and Performance Art

