Ausstellungen. Generali Foundation. Exhibitions 1989–2008

Kann einem korporativen Ausstellungshaus und Museum, das als Sponsoringinstrument betrieben und mit Geldern der Privatwirtschaft finanziert wird, eine spezielle Rolle zukommen, und welche Aufgaben kann dieses übernehmen? Seit beinahe zwanzig Jahre hat die in Wien gegründete Generali Foundation mit einem gleichermaßen konzentrierten wie konsequenten Programm einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag zur Produktion und Rezeption von kritischer Kunst geleistet. Mit auf Forschung und Diskurs basierenden Ausstellungen wurden auch die Grundlagen für die Sammlung der Generali Foundation geschaffen, die inzwischen als eine der besten Sammlungen für konzeptuelle, medienübergreifende und kritisch ausgerichtete Kunst der 1960er-Jahre bis zur Gegenwart gilt.

Diese Publikation zeichnet das Programm der Generali Foundation unter der Leitung von Sabine Breitwieser nach – von den ersten Ausstellungen mit Auftragsarbeiten in einem multifunktionalen Büro- und Ausstellungsraum bis zu den großen Themenausstellungen und retrospektiv angelegten Einzelpräsentationen im 1995 eröffneten Ausstellungshaus. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Künstler*innen der 1960er- und 1970er-Jahre und vieldiskutierten Ausstellungen zu aktuellen Themen hat sich die Generali Foundation als international hoch angesehene Institution etabliert.

Künstler*innen wie VALIE EXPORT, Harun Farocki, Dan Graham, Sanja Iveković, Mary Kelly, Edward Krasiński, Gordon Matta-Clark, Gustav Metzger, Walter Pichler, Adrian Piper, Martha Rosler oder Allan Sekula wurden in der Generali Foundation – viele darunter erstmals in Europa – in großem Umfang gezeigt. Auftragswerke von Maria Eichhorn, Andrea Fraser, Hans Haacke, Dorit Margreiter, Mathias Poledna, Marjetica Potrč oder Heimo Zobernig u.v.a. Künstler*innen sind für die Generali Foundation entstanden. Von ebenfalls nachhaltiger Wirkung sind Ausstellungen wie Dinge, die wir nicht verstehen aus der Reihe der gastkuratierten Projekte, sowie White Cube/Black Box oder RE-PLAY über die Anfänge internationaler Medienkunst oder vivências zur konzeptuellen Kunst aus Lateinamerika.

Anhand zahlreicher Ausstellungsansichten und Texte bietet dieses Buch einen Überblick über das umfassende Programm und geht dabei trotzdem ins Detail. Sabine Breitwieser, langjährige Leiterin der Generali Foundation, und Kunsthistorikerin und -kritikerin Sabeth Buchmann reflektieren in einem Gespräch den Kontext und die Genese. Ähnlich wie der Sammlungskatalog, der 2003 erschienen ist, dokumentiert auch diese Publikation einen Status quo – eine Chronologie der „Sammlung“ von Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen und somit auch von allen Künstler*innen, Kritiker*innen, Wissenschafter*innen, die auf die eine oder andere Art in das Programm involviert waren.

Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2024

Herausgegeben von
Sabine Breitwieser
für die Generali Foundation
Wien, 2008

Texte von
Vorworte Dietrich Karner, Luciano Cirinà, Einleitung von Sabine Breitwieser und Gespräch mit Sabeth Buchmann

Grafische Gestaltung Susanne Klocker
24,2 × 19,6 cm, 595 Seiten, 620 Abbildungen
Gebunden, Deutsch/Englisch
Köln, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2008
ISBN 978-3901107-54-2

Links
www.foundation.generali.at