Diese Publikation erschien zur ersten großen Einzelausstellung von Isa Genzken (1948 Bad Oldesloe – Berlin, DE) in Österreich, die von September bis Dezember 1996 in der Generali Foundation in Wien zu sehen war. Dass Genzken als Titel-Sujet für ihre Ausstellung im Kunstmuseum einer europäischen Versicherungsgesellschaft ausgerechnet die New Yorker Firmenzentrale der Metropolitan Life Insurance Corporation wählte, löste in der Generali-Zentrale eine kleinere Kontroverse aus. Die Künstlerin lebte zur Zeit der Ausstellungsvorbereitung in New York, in der Stadt, die sie zu einer ihrer größten Inspirationsquellen zählt. Ursprünglich für die Fluggesellschaft Pan American errichtet, prangt seit Ende der 1980er-Jahre[1] „MetLife“ als Schriftzug auf dem markanten Hochhaus. Nach einem Entwurf von Walter Gropius realisiert, erhebt sich dieses über dem Grand Central Terminal in Manhattan und dominiert die Park Avenue. Wie in früheren Projekten von Genzken, zeigt sich auch in der Appropriation des MetLife-Gebäudes samt dessen Aufschrift ihr unverwechselbarer Blick auf Architektur und Design, der meistens mit einem Schuss Humor versehen ist. I Love New York, Crazy City, lautet auch der Titel dreier neu entstandener Bücher mit Collagen, und so interpretierte sie auch die Aufschrift in ihrer Lieblingsstadt als „I met life“. Tatsächlich ist ein vertikaler Schnitt in der Längsachse des MetLife-Gebäudes mit dem Grundriss einer ihrer Skulpturen vergleichbar, die auch an ein Fenster oder eine Kamera erinnert.
Ausstellung und Publikation spannen einen Bogen von Isa Genzkens frühen stereometrischen Holzskulpturen aus den 1970er-Jahren, über die Gips- und Betongussarbeiten (1980/1990er-Jahre) bis zu den damals jüngsten Arbeiten aus Epoxidharz. Ebenfalls zu sehen waren Filme, darunter Zwei Frauen im Gefecht (1972) und Chicago Drive (1992), sowie Fotografien und Collagen, viele darunter bislang nicht oder kaum bekannt. Ein Schwerpunkt dieser Publikation sind die zahlreichen öffentlichen Arbeiten von Isa Genzken, die erstmals dokumentiert wurden.
[1] 1988 ging PanAm nach dem Flugzeugabsturz in Lockerbie in Konkurs und verkaufte das Gebäude.
Foto © Werner Kaligofsky, Bildrecht Wien 2024
Herausgegeben von
Sabine Breitwieser
für die Generali Foundation
Wien, 1996
Texte von
Vorwort Dietrich Karner, Aufsätze Sabine Breitwieser, Isabelle Graw, Birgit Pelzer und Isa Genzken
Grafische Gestaltung Dorit Margreiter
29,7 × 21 cm, 96 Seiten, 45 Farb-, 27 s/w Abbildungen
Klappenbroschur, Deutsch/Englisch
ISBN 3-901107-15-0
